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Fotos: Jenny Rosentreter

 Rückblick 01 » 26. Juni 2022 · Wattenmeer-Besucherzentrum

Magischer Auftakt

Begeistert wurde das ausverkaufte „Klassik am Meer“-Eröffnungskonzert »Bach?! Echte und zweifelhafte Werke aus der Feder von Johann Sebastian Bach« im Jadeblick-Saal des Wattenmeer-Besucherzentrums am 26. Juni vom Publikum gefeiert. Lang anhaltender Applaus würdigte die ausgezeichnete musikalische Leistung des Trios Gottfried von der Goltz (Violine), Annekatrin Beller (Violoncello) und Torsten Johann (Cembalo). Mit großer Virtuosität und ausdrucksstarkem Spiel stellten sie Werke von Johann Sebastian Bach und jene, die ihm zugeschrieben wurden, unterhaltsam vor. Selten war Klassik so nah am Meer und das Publikum erfreute sich an den magischen Momenten dieses Konzertes.

Programmheft
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Fotos: Jenny Rosentreter

Rückblick 02 » 6. Juli 2022 · Schloss Gödens

Musik voller Lebensfreude und funkelndem Feuerwerk

Quelle: Wilhelmshavener Zeitung von Wianne Kampen
Hätte er gewusst, dass seine Mutter zuhört, hätte er etwas anderes gespielt. So Konstantin Pfiz, Jahrgang 1967, mit verstohlenem Seitenblick auf die Dame in der ersten Reihe. Doch der Cellist lächelte. Schließlich hatten er und seine Mitstreiter Gregory Ahss (Violine) und Simon Kasper (Klavier) soeben den donnernden Applaus des Publikums im Barocksaal auf Schloss Gödens entgegengenommen für ein Programm, das zwar ungewöhnlich war, doch eindeutig begeisterte. Gewiss auch die Mutter, deren nahes Augenmerk auf den Sohn bei jenem zu keinerlei Verunsicherung führte. Im Gegenteil.
Schon der Auftakt öffnete Ohr und Herz Eine einnehmende Melodie und der immer wieder aufblühende Streicherton öffneten schon zum Auftakt Ohr und Herz für einen Schweizer Komponisten, der nur selten zu hören ist: Joachim Raff. Er schrieb mit seinem Klaviertrio op. 112 Musik, die voller Ideen und Raffinesse steckt. Da packten die Musiker die Gelegenheit beim Schopfe: Mal schwelgten Violine und Cello in weiten Linien, mal ließ der Flügel Sternenstaub herabrieseln, schlussendlich brannte ein funkelndes musikalisches Feuerwerk. Zwischenapplaus gab es für jeden einzelnen der vier Sätze – wen kümmern schon die starren Gepflogenheiten des Klassikbetriebs angesichts so bezwingender Musik.
„La muse et le poète“ des Franzosen Camille Saint-Saens mutete demgegenüber geradezu exotisch an. Ein einzelner Satz, Musik von gut fünfzehn Minuten, wenig bekannt noch dazu. Doch der Dialog zwischen Violine und Cello ließ aufhorchen. Unschwer zu raten, wer hier Muse, wer Poet war. Die Violine umgarnte das Cello in süßen, hellen Tönen und Pfiz reagierte unmissverständlich, ließ den Celloton kontrastierend kräftig dunkelrot leuchten oder auch in fahlem Silber schimmern, beeindruckte außerdem mit stupender Technik. Exotische Gefilde des Astor Piazzolla Da ließ sich das Publikum bereitwillig mitnehmen in die vielleicht noch exotischeren Gefilde des Astor Piazzolla, jenes Komponisten zwischen Klassik, Tango und Jazz. Was nicht zu bereuen war, denn auch bei „Las Cuatro Estaciones Portenas“ agierte das Trio traumhaft sicher. Es beherrschte das besondere Tangoflair von Piazzollas Musik ausgezeichnet, legte Schwere auf die Noten, um sie wenig später eifrig vor sich herzutreiben, schärfte die Kontraste, changierte gekonnt zwischen drückender Schwermut und ansteckender Lebensfreude.
So ließ sich die Musik abseits des Klassikkanons bestens vermitteln. Da sah man am Ende auch die Mutter des Cellisten kräftig in die Hände klatschen. Als Zugabe, nicht nur für sie, ein kleiner gefälliger Tango sowie ein Schmankerl zur hereinbrechenden Dämmerung hinter den hohen Fenstern des Barocksaals: der „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Wunderschön.

Programmheft
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Fotos: Helmut Bär

Rückblick 03 » 18. August 2022 · Christus- und Garnisonkirche

Klagelieder in tonaler Reinheit

Quelle: Wilhelmshavener Zeitung von Hartmut Siefken
Es war ein einziges Gebet, dieses Konzert des Calmus-Ensembles, das hervorragend gestimmt sein letztes öffentliches Konzert in der derzeitigen Besetzung gab. Damit lockte es am Donnerstagabend ein großes Publikum in die fast voll besetzte Christus- und Garnisonkirche. Das Konzert fand im Rahmen des Festivals „Klassik am Meer“ statt und dessen künstlerischer Leiter Torsten Johann verwies darauf, dass es das bislang erste A-cappella-Konzert in der Geschichte dieses Festivals sei.

Das vielfach preisgekrönte Ensemble zeigte seine ganze Klasse. Diese beginnt bei der Literaturauswahl, setzt sich bei den Arrangements fort und endet nicht zuletzt bei der perfekten gesanglichen Darbietung. Selbst im leisesten Piano trug der Ton einer jeden Stimme, nur dezent über Lautsprecher verstärkt. Die Fünf waren exakt aufeinander abgestimmt, ließen die führenden Stimmen leicht durchscheinen und überzeugten in kontrastierenden musikalischen Stilen, ob mit barocken Koloraturen oder mit jazzigen engen Harmonien.

Die Lieder Leonhard Cohens (1934 – 2016) standen musikalisch, aber weniger inhaltlich in ihrer Trauer über die (aktuellen) Weltläufe im Gegensatz zu den Klagen und der Gottergebenheit eines Paul Gerhardt oder auch der alttestamentarischen Wut in den Psalmgesängen des Renaissancekomponisten Salomone Rossi. Der musikalische Genuss rieb sich hart mit der Gefühlslage, die in den Texten zum Ausdruck kam.

Versöhnlich geriet schlussendlich im weichen B-Dur Bachs Fuge „Singet dem Herrn ein neues Lied“ als letzte, in sängerischer Zwerchfell-Artistik gegebene Zugabe.


 

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Fotos: Jenny Rosentreter

Rückblick 04 » 02. September 2022 · Kath. Kirche St. Peter

Ein zauberhafter Abend in der Kirche

Quelle: Wilhelmshavener Zeitung von Désirée Warntjen
„Der Zauberwald“ in der Reihe „Klassik am Meer“ begeisterte auf hohem Niveau

Nymphen schweben durch den Kirchenraum, virtuos geleitet von Streich- und Bläserklängen: Das Konzertfestival „Klassik am Meer“ ist weit mehr als musikalisches Programm auf hohem Niveau, hier wird auf Netzwerke gesetzt, auf Kooperationen von internationalen und von regionalen Künstlerinnen und Künstlern.

Ein prächtiges Beispiel, wie phantastisch diese Symbiose gelingen kann, erlebten die Besucher des Konzertabends „Der Zauberwald“ in der Kirche St. Peter in Wilhelmshaven. Die Ballettmusik des italienischen Komponisten Francesco Geminiani (1687-1762) zählt zu den frühesten. Da lag die Einbindung der jungen Tänzerinnen und Tänzer der „Tanzakademie am Meer“ förmlich auf der Hand. Und so erlebten die Zuschauer inmitten der einzigartigen Architektur der rundgestalteten katholischen Kirche, wie Musik zu Leben erwacht – und wie frisch ein im 18. Jahrhundert angelegtes Ballett daherkommen kann.

Kammerorchester international besetzt
Das 17-köpfige Kammerorchester unter der Leitung von Torsten Johann war besetzt mit Musikerinnen und Musikern, die unter anderem aus Chile, Kolumbien, Argentinien, Brasilien, Portugal, Japan und aus Ostfriesland stammen. Die musikalische Aufführung war geprägt von äußerst harmonischer Ausgewogenheit, die wiederum ein hervorragendes Fundament bot für die Interpretationsfreude der Instrumentalisten.

Christine Eilks, Leiterin der „Tanzakademie am Meer“, hatte mit Eleven im Alter von sieben bis 17 Jahren binnen acht Tagen die Choreographie erarbeitet. Und an Effekten nicht gespart: Seien es die herrlichen Kostüme, seien es Blumenbögen und Schleierbahnen oder auch die vielfältigen tänzerischen Figuren. Niedliche Wichtel, deren Schalk großen Spaß machte, anmutige Nymphen in Formationen, die wie Gemälde anmuteten, und die beeindruckenden Pas de deux‘ des Liebespaares verbanden Pantomime und Tanz.

Für die Eröffnung des Abends hatte das Kammerorchester sehr passend Georg Philipp Telemanns (1681-1767) „Ouverture D-Dur“ (TWV 55:23) gewählt und schuf mit ihr eine perfekte Einstimmung: Hellstrahlend erklang die Ouvertüre des ersten Satzes, gefolgt vom tänzerischen Menuett, in dem die Streicher mit starkem Duktus Akzente setzten. Zugleich zeigte sich hier bereits die beachtenswerte Harmonie auch in der Dynamik. In der Plainte, dem Klagelied, erlebten die Zuhörer klanglich träumerisch-verschlungene Pfade, während die Gaillarde geprägt war von fröhlicher Ausgelassenheit. Im Passepied prägten vorrangig Traversflöten und Fagott den festlichen Charakter. Nach diesen Stimmungsbildern konnten Musiker und Eleven ihr Publikum in Geminianis „Zauberwald“ entführen.

Kulisse mit Bewegungen geschaffen
Die Kulisse war sparsam: Ein angedeuteter Hain und ein Baumstumpf. Die weitere Kulisse schufen die Tänzerinnen und Tänzer allein mit ihrer Bewegung. Die Herausforderung bestand jedoch nicht allein in der kurzen Vorbereitung, sondern auch hinsichtlich des Bodens: Getanzt wurde auf Stein. Darin, dass dies so glänzend gelang, als hätten die Eleven Bühnenboden unter den Füßen, lag ein weiterer Zauber der poetischen Aufführung.


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