Sonntag, 2. Juni 2019 · 18 Uhr

DONNERWETTER! NATURGEWALTEN IN DER MUSIK

Musikalische Bilder von Naturgewalten am Meer
Tanya Aspelmeier – Sopran
Isabelle Rejall – Alt
Knut Schoch – Tenor
Sascha Beutz – Bass
N.N. – Bass

Kammerorchester und Chor »Klassik am Meer« unter der Leitung von Simon Kasper
Sonntag, 2. Juni 2019 · 18.00 – 20.00 Uhr » Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven
Eintritt 20 € (Schüler/Studenten: 13 € | starpac-Preis: 18 €)

Programm

Matthew Locke (1621 – 1677)
Curtain Tune aus „The Tempest“

Peter Michael Hamel (geb. 1947)
I am wind on sea (1996)

Antonio Vivaldi (1678-1741)
»Tempesta di mare« Opus 8 Nr. 5

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Choral »Nun lieget alles unter dir«
aus dem Himmelfahrtsoratorium

»Lobet Gott in Seinen Reichen« (BWV 11, D-Dur)

Jean-Philipp Rameau (1683 – 1784)
Ouverture aus »Zais« (1748)

Pause

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Donnerode (TWV 6:3)

»Musikalische Bilder von Naturgewalten am Meer«

Das Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals „Klassik am Meer“ ist ganz der lautmalerischen Kraft musikalischer Bilder von Naturgewalten gewidmet.

Vivaldi und Locke lassen im ersten Teil die Urgewalt der Stürme, besonders der Meeresstürme erklingen, während – nach dem Bach-Choral „Nun lieget alles unter dir“- Rameaus Ouvertüre aus Zais uns miterleben lässt, wie die Welt aus dem Nichts, aus dem Chaos entsteht. Zudem lässt der Chor – die engagierten Sängerinnen und Sänger aus Wilhelmshaven und Umgebung – einen selten erlebten Sturm niedergehen: „I am wind on sea“ des zeitgenössischen Komponisten Peter Michael Hamel wird erstmals in der Jubiläumsstadt Wilhelmshaven aufgeführt.
Unter dem Eindruck des großen Erdbebens von Lissabon 1755, das die portugiesische Hauptstadt fast vollständig zerstörte und bis nach Mitteleuropa zu spüren war, komponierte Georg Philipp Telemann die „Donnerode“, die im zweiten Teil aufgeführt wird, Überraschenderweise ist es keine Klage- oder Trauermusik, sondern ein Lobgesang auf die Allmacht Gottes. Die Orchesterbesetzung mit Pauken und Trompeten verleiht dem Werk einen festlichen Charakter.
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Tanya Aspelmeier

Die Sopranistin Tanya Aspelmeier studierte Gesang in den Sparten Lied, Oratorium und Oper an der Musikhochschule Hamburg, wo sie ihr Konzertexamen und Operndiplom, begleitet von den Hamburger Symphonikern, mit Auszeichnung ablegte. Ein Studienaufenthalt in Annecy, Frankreich festigte ihre besondere Bindung zu dem französischen Repertoire. Schon seit einigen Jahren arbeitet Tanya Aspelmeier sehr intensiv mit der holländischen Lehrerin Margreet Honig.

Im Laufe ihres Studiums gewann die junge Sopranistin einige Preise renommierter Gesangswettbewerbe, so beim Bundeswettbewerb Gesang in Berlin, und verkörperte zahlreiche Opernpartien. Ihr Repertoire spannt einen Bogen von der Barockoper ( z.B. Rameau „Castor und Pollux“, Lully „Achille et Polyxène“, Händel „Almira“, Monteverdi „Orfeo“ sowie Telemann „Orfeo bzw. Orpheus“) über Mozart (z.B. „ Entführung aus dem Serail“, „Cosi fan tutte“) und Operette (z.B. Offenbach „Orpheus in der Unterwelt“) bis zum zeitgenössischen Musiktheater (z.B. Henze „We come to the river“) und schließt die gängigen Oratoriumspartien ihres Faches sowie eine Reihe von Liedprogrammen (mit Pianisten wie z.B. Norman Shetler, Sebastian Knauer, Johannes Debus, Matthias Veit, Henning Lucius, Alan Hicks, Mathias Weber) ein.

Gastengagements führten sie an das Oldenburger Staatstheater, die Landesbühne Nord, das Schauspielhaus Hamburg, die Oper Bonn und an die Hamburgische Staatsoper sowie auf Festivals wie in Baden-Baden, Bayreuth, Feldkirch, Guadalajara (Mexiko), La-Chaise-Dieu, Ribeauvillé, Salzburg, Saintes, Sydney, Tokio, Wien etc.

Tanya Aspelmeier trat im Rahmen internationaler Konzertengagements in Europa, Asien, Australien und Südamerika auf. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Interpretation der Barockmusik; sie arbeitet mit führenden Ensembles unter Dirigenten wie Frieder Bernius, Ivor Bolton, Thomas Hengelbrock, Konrad Junghänel, Francoise Lasserre, Philippe Pierlot und Ingo Metzmacher.

Sie unterrichtet neben internationalen Meisterkursen auch an der Hochschule für Künste Bremen, dem Hamburger Konservatorium und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Ihre Diskographie weist eine Reihe von Auszeichnungen aus (z.B. wurde die CD „Bach, Lotti, Zelenka“ unter der Leitung von Thomas Hengelbrock, bei der sie als Solistin mitwirkte, 2010 mit dem Gramophone Award ausgezeichnet). Im Wagnerjahr 2013 debütierte die Sopranistin in Wagners „Parsifal“ in Dortmund, Essen und Madrid unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Im Frühjahr 2015 war Tanya Aspelmeier u.a. in der Laeiszhalle Hamburg mit den Vier letzten Liedern von Richard Strauss zu hören. Anfang 2017 war sie in einer ungewöhnlichen Opernproduktion an der Hamburgischen Staatsoper (Gesualdo! in einer Inszenierung von Calixto Bieito ) zu Gast, und sie sang in Moses und Aron unter Ingo Metzmacher im Rahmen der Eröffnungskonzerte in der Elbphilharmonie Hamburg. 2018 wurde Tanya Aspelmeier als Professorin für Gesang an der Universität für Musik und darstellenden Kunst berufen.
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Isabelle Rejall

Im Konzertfach etabliert sich die junge deutsche Mezzosopranistin Isabelle Rejall zusehends im nationalen- und internationalen Raum. Gemeinsam ging sie 2017 mit dem Freiburger Barockorchester und Matthias Goerne im Zuge eines Bachprogramms auf Konzerttournee. Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2017 waren zwei Konzerte mit der Kammerakademie Potsdam mit Bachs Weihnachtsoratorium. Im Frühjahr 2018 sang sie unter der Leitung von Korneel Bernolet die Altpartie in Beethovens 9. Symphonie mit Anima Eterna Brugge und Collegium Vocale Gent. Johannes Brahms Alt-Rhapsodie hat Isabelle Rejall im Sommer 2018 mit dem Orchester und Chor der LMU München musiziert.

Ausgehend von Werken Claudio Monteverdis und Johann Sebastian Bachs reicht ihr Repertoire bis hin zu Kompositionen des 21. Jahrhunderts. So sang sie 2014 in der Philharmonie Berlin unter der Leitung von Achim Zimmermann die Uraufführung von Helmut Zapfs Das Glück, die vom Deutschlandfunk Kultur übertragen wurde. Weitere Konzertengagements führten sie u.a. zu den Händelfestspielen Halle, den Thüringer Bachwochen, der Stuttgarter Bachwoche und der Trigonale Kärnten und ließen die Mezzosopranistin mit den Hamburger Symphonikern, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Leipziger Barockorchester, dem Münchner Ensemble L'arpa Festante und der Lautten Compagney musizieren.

Seit 2017 war Isabelle Rejall in Produktionen an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, am Theater Aachen, der Oper Halle und beim Tongyeong International Music Festival in Südkorea zu sehen. 2016 debütierte sie am Staatstheater Darmstadt im Rahmen des Internationalen Musiktheaterwettbewerbs in Inszenierungen von Isabel Ostermann und Dirk Schmeding. In vergangenen Opernproduktionen sang sie Partien wie die des Ramiro aus Mozarts La Finta Giardiniera, der Zita aus Puccinis Gianni Schicchi, und der Nutrice aus Monteverdis L'incoronazione di Poppea und ließen sie mit Dirigenten wie Stefan Asbury, Johannes Harneit, David Coleman, Adrian Heger und Wolfgang Katschner zusammenarbeiten. Im Sommer 2018 war Isabelle Rejall in F. Cavallis Oper Gli amori d'Apollo e di Dafne bei den Festwochen der Alten Musik in Innsbruck zu erleben.

Ein weiterer Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens ist der Liedgesang. Dabei liegt der Fokus der Mezzosopranistin auf der Aufführung von Werken eher unbekannter Komponisten. Bei Liederabenden in der Philharmonie Berlin, dem lyrischen Salon Weimar und beim Kurt-Weill-Fest Dessau trat sie gemeinsam mit Liedbegleitern wie Alexander Fleischer und Yvonne Gesler auf.

Isabelle Rejall studierte nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung von 2007 bis 2014 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und am Conservatorio Luigi Cherubini in Florenz bei KS Prof. Thomas Quasthoff und KS Prof. Carola Nossek. Musikalische Impulse erhielt sie u.a. bei Meisterkursen mit Prof. Christine Schäfer, Gerd Uecker, KS Peter Schreier, Prof. Burkard Kehring, Helmut Rilling und Prof. Gerhold Romberg. Nach Abschluss ihres Studiums 2014 mit Bestnote, wird sie derzeit von Janice Margaret Alder-Alford betreut. Schon vor ihrem Studium mehrfach im Bundeswettbewerb Jugend musiziert ausgezeichnet, war sie 2012 unter anderem Preisträgerin des Talantecampus des Philharmonischen Chores Berlin und 2014 Finalistin beim internationalen Concorso Musica Sacra in Rom.
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Knut Schoch

Der Tenor Knut Schoch studierte an der Musikhochschule Hamburg, vervollkommnete seine Studien in diversen Meisterkursen unterschiedlicher Ausrichtung, nimmt bis heute weiterführenden Unterricht, so seit 2005 bei Margreet Honig. Preisträger war er unter anderem bei dem renommierten Wettbewerb Concours Musica Antiqua in Brügge/Belgien (1999).

Nach anfänglicher Spezialisierung und intensiver Auseinandersetzung mitt der sogenannten „Alten Musik“, mit der er große Reputation in aller Welt erlangte, verschob und erweiterte er allmählich den Schwerpunkt seiner Arbeit als historisch informierter und aufführungspraktisch versierter Sänger bis in das 20. Jahrhundert. Er ist heute mit der barocken und klassischen Klangsprache ebenso vertraut wie mit romantischer Klanglichkeit und Wortsinnlichkeit.

Sein umfangreiches, weit gefächertes Repertoire spannt einen Bogen von Werken des Mittelalters bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Musik. Besonderen Raum nehmen hier neben dem Bereich Oratorium auch der Liedgesang, die Kammermusik sowie die barocke und klassische Oper ein: er stand in Partien von Monteverdi, Keiser, Händel, Telemann, Mozart u.a. weltweit auf der Bühne.

Als Solist ist er auf bedeutenden Podien zu hören und ist gefragter Gast bei renommierten Festivals; Tourneen führen ihn durch fast alle Länder Europas, nach Asien, Amerika und Australien. Er wirkte an vielen Radio- und Fernsehproduktionen mit und ist auf über 100 CDs zu hören. Seit 1993 unterrichtet er am Hamburger Konservatorium, lehrte von 1999-2002 als Professor an der Hamburger Musikhochschule, 2008-2014 an der Hochschule für Künste Bremen, war Gastdozent u.a. an Universitäten in Japan, Hong Kong und Australien und gibt weltweit Gesangskurse.
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Sascha Beutz

Der in Wilhelmshaven geborene Bariton Sascha Beutz begeisterte sich bereits in früher Kindheit für Musik. Angefangen in Kinderchören der Neuapostolischen Kirche, später in gemischten Gemeinde- und Jugendchören bis hin zu ersten konzertanten Erfahrungen mit dem Jungen Chor Wilhelmshaven (Gerrit Junge), wuchs zunehmend seine Leidenschaft für klassischen Gesang.

Im Jahr 2006 sang er erfolgreich beim Landesjugendchor Niedersachsen vor, in welchem er bis 2010 mitwirkte (Jörg Straube, Robert Sund, Georg Grün). Die dort gesammelten – auch solistischen –Erfahrungen verhalfen ihm schon bald dazu, auch in ambitionierteren regionalen und überregionalen Ensembles zu singen. So ist er festes Mitglied im Kammerchor Wilhelmshaven (Gerrit Junge), Ensemble Ars Cantandi (Markus Nitt), Collegium Vocale Jever (Simon Kasper), Madrigalchor Kiel (Friederike Woebcken), Sonus Vocalensemble Bremen (Benjamin Kirchner) sowie dem Quintett quintAnima und gastierte projektweise im Norddeutschen Figuralchor (Jörg Straube), Ensemble Con Anima (Jan Scheerer), Bachchor Hannover (Jörg Straube), Banter Kantorei (Markus Nitt), Kammerchor der Hochschule für Künste Bremen (Friederike Woebcken) sowie diversen Projektensembles u.a. mit Wolfgang Helbig, Helmut Rilling, Jörg Straube, Georg Christoph Sandmann, Antonius Adamske.

Gesangsunterricht nahm er mehrere Jahre bei Ingrid Haderer (Bremen) und arbeitete während einer Opernproduktion in den Herrenhäuser Gärten mehrere Wochen mit Albrecht Pöhl und Michael Connaire an seiner stimmlichen Weiterentwicklung.
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