Freitag, 24. Mai 2019 · 20 Uhr

STIMMEN HÖREN!

Ein Barockkonzert in der Christus- und Garnisonkirche
Mechthild Karkow – Barockvioline
Christoph Harer – Barockvioloncello
Torsten Johann – Cembalo
Freitag, 24. Mai 2019 · 20.00 – 21.30 Uhr » Christus- und Garnisonkirche
Eintritt 19 € (Schüler/Studenten: 12 € | starpac-Preis: 17 €)

Programm

Giovanni Antonio Pandolfi Mealli (1624 – 1670)
Sonata „La Castella“
aus: Sonate à Violino solo, opera terza, Innsbruck 1660

Domenico Gabrielli (1651-1690)
Ricercar 7 für Violoncello solo

Johann Heinrich Schmelzer (1623 – 1680)
Sonata Cucù

Georg Muffat (1653 – 1704)
Sonata Violino Solo

Heinrich Ignaz Biber (1644 - 1704)
Sonata representativa

Bernardo Storace (1637 – 1707)
Arie sopra la Spagnoletta
aus: Selva di varie compositioni per cimbalo, Venezia 1664

Arcangelo Corelli (1653 – 1713)
Sonata XII »La Follia«
aus: Sonate a Violino solo, Opera Quinta

Stimmen hören!

Welche Bilder entstehen im Kopf, welche Gefühle werden angeregt, wenn wir Musik hören? Das Barockensemble mit Mechthild Karkow (Barockvioline), Christoph Harer (Barockvioloncello) und Torsten Johann (Cembalo) widmet sich in diesem Kammerkonzert ganz der Musik des 17. Jahrhunderts. Es war die Zeit, in der individuelle Empfindungen in der musikalischen Kunst zum Thema wurden, die Darstellung der Gefühle - ital. affetti - führte zur Erfindung von Sonaten, Kantaten, Concerti und Opern.
Das Programm mit Werken der Komponisten Giovanni Antonio Pandolfi Mealli, Domenico Gabrielli, Johann Heinrich Schmelzer, Georg Muffat verspricht einen facettenreichen Einblick in die Welt der musikalischen Empfindungen. Besonders beliebt war die Naturdarstellung in musikalischer Form. Der österreichische Geigenvirtuose Heinrich Ignaz Franz von Biber gilt als ein Meister in diesem Genre. In seiner "Sonata representativa" imitiert die Geige Nachtigall, Kuckuck, Wachtel, Frosch, Henne, Hahn und einen Musketier – ein überraschendes und nur selten dargebotenes Hörerlebnis.

Zum Abschluss des Konzerts wird das Motiv der Verrücktheit, des Wahnsinns – ital. „follia“ – aufgegriffen: „Follia“ ist eine von vielen Komponisten des 16. bis 20. Jahrhunderts verwendete Harmoniefolge und thematisiert die Ekstase, in die Tänzer bei dieser Musik gerieten. Arcangelo Corelli hat sich in der hier dargebotenen Sonata XII „La Follia“ zu einer fulminanten Variation inspirieren lassen.
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Mechthild Karkow

Die Barockgeigerin Mechthild Karkow konzertiert international als Solistin, Konzertmeisterin und Kammermusikerin in verschiedenen Ensembles. Neben der Zusammenarbeit mit Musikern wie Christoph Coin, Andrea Marcon und Marieke Spaans wurde sie u.a. vom Freiburger Barockorchester als Solistin und künstlerische Leiterin eingeladen. Sie wirkt bei zahlreichen Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit und tritt bei rennomierten Festivals auf wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, Festival Seviqc Brežice, Festival International Echternach, York Early Music Festival, den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen, Istanbul Music Festival und anderen.

Gegen Ende ihres Violinstudiums entdeckte Mechthild Karkow als eine Bereicherung ihrer künstlerischen Tätigkeit die historischen Aufführungspraxis für sich. Dies führte sie an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt zu Petra Müllejans und zusätzlich zu Chiara Banchini an die Schola Cantorum Basiliensis, wo sie einen Master mit Auszeichnung sowohl in Barockvioline als auch in Historischer Improvisation erhielt.

Sie ist Gewinnerin des Internationalen Wettbewerbes für Barockvioline «Bonporti 2007» in Rovereto, Italien und erhielt einen Sonderpreis beim XVII. Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig 2010.

Als Professorin für Barockvioline erhielt sie 2013 einen Ruf an die Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig. Im Herbst 2018 beendete sie diese Tätigkeit, um sich vermehrt künstlerischen Aufgaben widmen zu können. Seit 2015 lehrt sie Barockvioline an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.
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Christoph Harer

Christoph Harer studierte Violoncello bei Prof. Christiane Aydintan sowie Musikwissenschaften, Musikerziehung und Germanistik in Hannover. An der Königlichen Musikhochschule Stockholm studierte er Barockcello bei Mime Yamahiro-Brinkmann. Anschließend vervollständigte er seine Ausbildung auf diesem Instrument bei Viola de Hoog an der Hochschule für Künste Bremen.

Heute konzertiert der Wahlostfriese als Cellist verschiedener deutscher Barockorchester (Das Kleine Konzert, Lautten Compagney, Musica Alta Ripa, Hannoversche Hofkapelle, Ensemble Schirokko Hamburg, Elbipolis Barockorchester Hamburg u.a.). Als Continuospieler wirkte er für den NDR Chor, die Rheinische Kantorei (Hermann Max) wie für den Kammerchor Stuttgart (Frieder Bernius). Er spielte mehrfach bei den Internationalen Händelfestspielen Göttingen und beim Rheingau Musikfestival.

Konzertreisen führten ihn nach Südostasien, Mexiko, Russland, Kasachstan und häufig auch ins europäische Ausland. Er ist Mitbegründer des norddeutschen Barockensembles la festa musicale.

Seine Beschäftigung mit Alter Musik äußert sich auch wissenschaftlich: 2009 erschien im Wehrhahn Verlag sein Buch »Il Rosigniolo – Italiener in der hannoverschen Hofkapelle unter Herzog Johann Friedrich«.

In Kooperation mit der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel konzipierte und leitete er Gesprächskonzerte zu literarischen Themen des Barock. Als Experte für die Musik des 18. Jahrhunderts arbeitet er auch für den Bärenreiter-Verlag Kassel.

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Torsten Johann

Torsten Johann wurde geboren in Wilhelmshaven und initiierte dort bereits als Schüler mit Freunden die Konzertreihe „Alte Musik Sengwarden/Friesland“. Er studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und schloss dort auch sein Studium der Cembalo-Solistenklasse bei Lajos Rovatkay mit dem Konzertexamen ab.

Als Cembalist, Continuo-Spieler und gelegentlich als musikalischer Leiter ist er Mitbegründer des Freiburger Barockorchesters und tritt darüber hinaus als Orgel- und Cembalosolist, Begleiter sowie als Dirigent auf. Seine vielseitige Beschäftigung mit historischer Musik zeigt sich u.a. in ständigem Quellenstudium, besonders für die Programmkonzeption und -auswahl mit Repertoire des 17. Jahrhunderts.

Einladungen zu Workshops und Vorträgen führten ihn u.a. regelmäßig an die Frankfurter Musikhochschule. 2003 gründete er das Sommerfestival „Klassik am Meer“ in seiner Heimatstadt Wilhelmshaven, dort erarbeitet er als Dirigent szenische und konzertante Werke von Reinhard Keiser bis Ludwig van Beethoven.

Im Frühjahr 2014 übernahm er die musikalische Disposition und Einstudierung von Monteverdis „Orfeo“ in der Inszenierung von Sasha Waltz und dirigierte zahlreiche Aufführungen u.a. in Luxemburg, Bergen, Lille und an der Berliner Staatsoper.
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