Besondere Orte zum Klingen bringen …

»Besondere Orte zum Klingen bringen – in Wilhelmshaven und Jever!« – unter diesem Motto steht die diesjährige Konzertreihe »Klassik am Meer 2021«.

Von Juli bis Oktober werden sieben hochkarätige Klassikprogramme in 14 Doppelkonzerten an ausgewählten Spielorten geboten. Der ehrenamtlich organisierte Verein knüpft damit an den großen Erfolg aus dem letzten Jahr an: Bei begrenzter und luftig platzierter Zuschauerzahl wird jedes Konzert doppelt aufgeführt, sodass möglichst viele Liebhaber klassischer Musik in den Genuss herausragender Live-Konzerte kommen können.

Für die gesamte sommerliche und herbstliche Konzertreihe öffnen neben der Christus- und Garnisonkirche viele weitere Kooperationspartner gerne ihre Türen: Die St.-Stephanus-Kirche in Fedderwarden, die Kunsthalle, das Küstenmuseum, das Hotel Atlantic. Das Wattenmeer-Besucherzentrum lässt zum ersten Mal seinen neuen Saal erklingen. Das Rosarium und das Schlossmuseum in Jever bilden die Kulisse für zwei Sommerabendkonzerte unter freiem Himmel.

Konzerte 2021

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Christus- und Garnisonkirche
Am Kirchplatz 1
26382 Wilhelmshaven
Samstag, 10. Juli 2021 · 17 Uhr & 19 Uhr

Chorkonzert

»Habe deine Lust an dem Herrn«
Collegium Vocale Jever
Simon Kasper (Leitung)
Torsten Johann (Orgel)
Tine Schwark (Cello)
Unter der Leitung von Simon Kasper führt das Collegium Vocale Jever durch eine Reise vom Schatten ins Licht mit Werken von Georg Philipp Telemann und Gottfried August Homilius. Beginnend mit den Motetten „Selig sind die Toten“ und „Die richtig für sich gewandelt haben“ nimmt das Konzert einen besinnlichen Anfang, ehe es zu den schwungvollen und heiter gestimmten Motetten „Das ist meine Freude“ und „Habe deine Lust an dem Herrn“ übergeht.

Das für dieses Konzert mit acht SängerInnen besetzte Collegium Vocale Jever wird instrumental unterstützt durch Torsten Johann an der Truhenorgel sowie Tine Schwark am Violoncello
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St.-Stephanus-Kirche Fedderwarden
Kirchstraße 1
26419 Schortens
Samstag, 31. Juli 2021 · 17 Uhr & 19 Uhr

Christian-Vater-Orgel (1711)

Wilhelmshavens einzige historische Barockorgel lädt ein!
Torsten Johann (Orgel)
Anna Schall (Zink)
Veronika Skuplik (Violine)

Über die Orgel
Die St. Stephanus Kirche in Fedderwarden verfügt über eine hochklassige Orgel aus der Werkstatt des Hannoverschen Orgelbauers Christian Vater, einem Schüler Arp Schnitgers. Christian Vater baute später seine größten Instrumente für die Oude- und die Westerkerk in Amsterdam.

Die Orgel, die früher in der Wildeshausener Alexander-Kirche stand, ist seit 1979 vor Ort in Fedderwarden. Sie wurde durch die Fa. Führer renoviert, 50% des Pfeifenmaterials konnten übernommen werden.

Über das Konzert
Unser Konzert „In Dialogo“ möchte im „Jahr der Orgel 2021“ auf diesen besonderen Klangkörper unserer Stadt aufmerksam machen: Auf dem Konzertprogramm stehen norddeutsche und italienische Musik aus dem 17. Jahrhundert. Eine zusätzliche Attraktion wird die Instrumentierung mit dem selten gehörten Zink sein, einem historischen Holzinstrument in gebogener Form, das wie eine Blockflöte gegriffen wird, aber ein Mundstück wie eine Trompete hat.

Im 17. Jahrhundert waren die beliebtesten Soloinstrumente Violinen und Zinken. Während die Violinfamilie sich in den Hofkapellen zu Orchestern formierte, spielten die Zinken im Ensemble meist die Oberstimme zu Posaunen und wurden im Orchester als Soloinstrument bald von den Oboen abgelöst. Der musikalische Dialog lässt sich auch beschreiben als „komponierte Gleichberechtigung“, also zwei erste Stimmen, die von der Orgel begleitet werden.
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Rosarium
Neuengrodener Weg 22c
26386 Wilhelmshaven
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Schlossmuseum Jever
Schlossplatz 1
Jever
Sonntag, 29. August 2021 · 17 Uhr (WHV) &
Dienstag, 31. August 2021 · 18 Uhr (JEVER)

Serenade im Rosengarten & Schlosshof

Mit dem Olivin-Quartett
Judith von der Goltz (Violine)
Hannah Visser (Violine)
Corina Golomoz (Viola)
Marie Deller (Violoncello)


Rosarium Wilhelmshaven
Neuengrodener Weg
Wilhelmshaven

Hof des Schlossmuseums Jever
Schlossplatz 1
Jever



 

In 2020 hätte der Rüstringer Stadtpark Wilhelmshavens sein 100jähriges Bestehen gefeiert, das nun in 2021 nachgeholt werden soll. Der von einem engagierten Förderverein betriebene Rosengarten „Rosarium“ schließt direkt an den Stadtpark an und soll mit seiner kleinen Freiluftbühne den Auftakt für unsere Klassikreihe bilden. Die mehr als 5.000 im Juni erblühten Rosen bilden den ansprechenden Rahmen für ein Abendkonzert – eine „–Serenade“ – unter freiem Himmel, die Lust machen soll auf klassische Musik der Romantik.

In der Programmauswahl (Streichquartette der Geschwister Fanny Hensel und Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie von Joseph Haydn) erinnern wir an die Tradition der Familie Mendelssohn, Konzerte „halb im offenen Gartensaale, halb im parkartigen Garten“ ihres Berliner Anwesens aufzuführen und damit die Verbindung von Musik und Gartenkunst zu thematisieren.

Das Konzert soll am folgenden Tag im Hof des Schlossmuseum Jever wiederholt werden. Wir wollen damit einen ersten Brückenschlag von Wilhelmshaven aus in das friesische Umland initiieren, um unsere Netzwerke zu erweitern.
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Kunsthalle Wilhelmshaven
Adalbertstraße 28
26382 WIlhelmshaven
Samstag, 11. September 2021 · 18 Uhr & 20 Uhr

Cello submarine

Nadolny-Cello-Quartett
Thomas Ruge
Konstantin Pfiz
Thomas Schmidt-Ott
Michael Geißler
Das nach dem Autor des Romans „Die Entdeckung der Langsamkeit“ benannte Nadolny Cello Quartett um den Wilhelmshavener Cellisten Konstantin Pfiz gehört zu den außergewöhnlichsten Ensembles seiner Art. Die vier Musiker fanden im Bundesjugendorchester zusammen – und pflegen ihre musikalische Freundschaft seit nunmehr 35 Jahren. Unzählige Tourneen führten das Quartett durch die Konzertmetropolen Europas. Sie spielten vor Staatsoberhäuptern, Präsidenten, Königen, im Fernsehen, im Rundfunk und auf Festivals. Mit ihrer Musikfilmreihe „Cello on tour“ betraten sie bereits in den 1990ern im wahrsten Sinne des Wortes Neuland in der Klassikvermittlung: spektakulär in Szene gesetzt präsentierten sie unterhaltsam klassische Werke einem Millionenpublikum. Ihre Film „Cello on ice“, mit life-Konzerten in der Antarktis, und „Cello Aloha“ waren u.a. zum Grimme Preis und zur Silbernen Rose von Montreux nominiert.

Nach Wilhelmshaven kommt das Nadolny Cello Quartett mit einem gut gelaunten, klassisch bis verpoppten, Programm zwischen Renaissance, John Dowland, und New Classics, Hans Zimmer. Dass dabei „das Meer“ musikalisch wie thematisch in den Werken des Konzerts immer wieder anklingt, liegt auf der Hand, schreibt doch Dowland vom Fernweh, Zimmer über Piraten.

Zeitgleich zeigt die Kunsthalle die sehenswerte Ausstellung „By the sea“.
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Küstenmuseum Wilhelmshaven
Weserstraße 58
26382 Wilhelmshaven
Samstag, 02. Oktober 2021 · 17 Uhr &
Sonntag, 03. Oktober 2021 · 17 Uhr


Weder Fisch noch Fleisch?

Bratschensonaten von Anton Rubinstein & Franz Schubert
Marie-Teresa Pfiz (Viola)
Simon Kasper (Flügel)

Anton Rubinstein war ein Sohn deutschstämmiger jüdischer Eltern, die aus politischen Gründen zum russischorthodoxen Christentum wechselten und früh nach Russland übersiedelten. Die verzweigten nationalen und religiösen Wurzeln führten dazu, dass der Künstler später klagte: „Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude; den Russen bin ich ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, den Klassikern ein Zukünftler, den Zukünftlern ein Retrograder usw. Schlußfolgerung: Ich bin weder Fisch noch Fleisch – ein jammervolles Individuum.“

Anton Rubinstein, der in den westlichen Konzertsälen kaum noch zu hören ist, hinterließ ein äußerst umfangreiches Werk, darunter die Violasonate in f-moll, op. 49, die 1855 entstandene einzige originale Komposition für Viola und Klavier. Schon wenige Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung (1857) kam eine vom Komponisten durchgesehene Neuausgabe heraus, die sich durch Vereinfachung der pianistischen Faktur zugunsten einer besseren klanglichen Balance auszeichnet. Rubinsteins jahrzehntelang vergriffene Bratschensonate stellt insofern einen wertvollen Beitrag zur schmalen Originalliteratur aus der Romantik dar, als sich in ihr kantable Elemente ausgewogen mit einer leidenschaftlich-musikantischen Prachtentfaltung zu einem Werkganzen verbinden, dessen instrumentengerechte Schreibweise einen weiteren Vorzug darstellt.

Die Sonate für Bratsche und Klavier ist ein lyrisches Stück bestehend aus vier Sätzen, klassisch aufgebaut im Stil von Mendelssohn.

Die Sonate für Arpeggione von Franz Schubert entstand im Jahr 1824 und ist ein Kind des Wiener Biedermeier. Der Arpeggione, oder auch Bogengitarre, ist eine Fusion der Gitarre und des Violoncellos. Er hat, wie die Gitarre, sechs Saiten und wird genauso wie diese gestimmt. Zudem besitzt er einen Steg und wird mit einem Bogen gestrichen.
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Wattenmeer-Besucherzentrum
Südstrand 110 B
26382 WIlhelmshaven
Samstag, 09. Oktober 2021 · 16 Uhr & 19 Uhr


Gesungene Bilder vom Meer

Französische Barockmusik im modernen Raum
Christina Roterberg (Sopran)
Petra Müllejans (Violine)
Frauke Hess (Viola da Gamba)
Torsten Johann (Cembalo)

Zur Zeit entsteht auf dem Dach des Wattenmeerhauses ein neuer Vortragssaal, dessen Decke in Form eines Tonnengewölbes eine hervorragende Akustik erzeugen soll, die großen Glasfenster bieten weiten Ausblick auf den Jadebusen. Der krasse Gegensatz zwischen modern und alt hat oft seinen besonderen Charme. In diesem Sinne soll das geplante Programm französischer Barockmusik mit seiner Fülle an Verzierungen, Ornamenten, Übertreibungen in moderner schlichter Architektur erklingen.

Die vielen bildlichen Elemente, die französische Barockmusik enthält, sollen in dieser maritimen Umgebung zum Ausdruck kommen: Geschichten vom Meer, die musikalisch erzählt werden oder auch Charakterstudien, die wie kleine Porträts mit feinem Pinsel gezeichnet sind.  
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Hotel Atlantic
Jadeallee 50
Wilhelmshaven
Sonntag, 17. Oktober 2021 · 17 Uhr & 19 Uhr

Norddeutsche Romantiker

Meinardus trifft Brahms
N.N. (Violine)
Konstantin Pfiz (Cello)
Simon Kasper (Flügel)
Dieses Konzert steht im Zeichen des im friesischen Hooksiel geborenen und in Jever aufgewachsenen romantischen Komponisten Ludwig Siegfried Meinardus (1827-1896) und des großen Weltstars Johannes Brahms.

Meinardus, heute nahezu gänzlich unbekannt, war zu Lebzeiten ein fleißiger Komponist und Musikschriftsteller. Zu seinen 48 mit Opuszahlen vesehenen Kompositionen fällt auch sein Klaviertrio in a-moll, op. 40. Bis in die Jugend zurück reichen die Skizzen zu dem Klaviertrio. Entworfen 1855 in Jever, ausgeführt 1861 in Glogau, wurde es schließlich 1876 druckreif. Dieser lange Werdeprozess bringt es mit sich, dass das Trio zwar auf dem Boden der Romantik gewachsen ist, aber andererseits auch Merkmale des Kompositionsstils des älteren Komponisten aufweist.

Ein großer Komponist, an dessen Musikanschauung sich Meinardus orientierte, war Johannes Brahms. Sein Klaviertrio Nummer 2 in C-Dur, op. 87, bildet den zweiten Part des Programms.
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