Besondere Orte zum Klingen bringen …

»Besondere Orte zum Klingen bringen – in Wilhelmshaven und Jever!« – unter diesem Motto steht die diesjährige Konzertreihe »Klassik am Meer 2021«.

Von Juli bis Oktober werden sieben hochkarätige Klassikprogramme in 14 Doppelkonzerten an ausgewählten Spielorten geboten. Der ehrenamtlich organisierte Verein knüpft damit an den großen Erfolg aus dem letzten Jahr an: Bei begrenzter und luftig platzierter Zuschauerzahl wird jedes Konzert doppelt aufgeführt, sodass möglichst viele Liebhaber klassischer Musik in den Genuss herausragender Live-Konzerte kommen können.

Für die gesamte sommerliche und herbstliche Konzertreihe öffnen neben der Christus- und Garnisonkirche viele weitere Kooperationspartner gerne ihre Türen: Die St.-Stephanus-Kirche in Fedderwarden, die Kunsthalle, das Küstenmuseum, das Hotel Atlantic. Das Wattenmeer-Besucherzentrum lässt zum ersten Mal seinen neuen Saal erklingen. Das Rosarium und das Schlossmuseum in Jever bilden die Kulisse für zwei Sommerabendkonzerte unter freiem Himmel.

Konzerte 2021

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Kunsthalle Wilhelmshaven
Adalbertstraße 28
26382 WIlhelmshaven
Samstag, 11. September 2021 · 18 Uhr & 20 Uhr
Klassik am Meer: Konzertverschiebung »Cello Submarine«
Auf Grund der Erkrankung eines der Ensemblemitglieder müssen leider die beiden für den 11.9. in der Kunsthalle geplanten Konzerte »Cello Submarine« abgesagt werden. Der Veranstalter Klassik am Meer e.V. und die vier Cellisten setzen alles daran, die Konzerte noch in diesem Jahr nachzuholen. Die neuen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Die bereits gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Cello submarine

Nadolny-Cello-Quartett
Thomas Ruge
Konstantin Pfiz
Thomas Schmidt-Ott
Michael Geißler
Das nach dem Autor des Romans „Die Entdeckung der Langsamkeit“ benannte Nadolny Cello Quartett um den Wilhelmshavener Cellisten Konstantin Pfiz gehört zu den außergewöhnlichsten Ensembles seiner Art. Die vier Musiker fanden im Bundesjugendorchester zusammen – und pflegen ihre musikalische Freundschaft seit nunmehr 35 Jahren. Unzählige Tourneen führten das Quartett durch die Konzertmetropolen Europas. Sie spielten vor Staatsoberhäuptern, Präsidenten, Königen, im Fernsehen, im Rundfunk und auf Festivals. Mit ihrer Musikfilmreihe „Cello on tour“ betraten sie bereits in den 1990ern im wahrsten Sinne des Wortes Neuland in der Klassikvermittlung: spektakulär in Szene gesetzt präsentierten sie unterhaltsam klassische Werke einem Millionenpublikum. Ihre Film „Cello on ice“, mit life-Konzerten in der Antarktis, und „Cello Aloha“ waren u.a. zum Grimme Preis und zur Silbernen Rose von Montreux nominiert.

Nach Wilhelmshaven kommt das Nadolny Cello Quartett mit einem gut gelaunten, klassisch bis verpoppten, Programm zwischen Renaissance, John Dowland, und New Classics, Hans Zimmer. Dass dabei „das Meer“ musikalisch wie thematisch in den Werken des Konzerts immer wieder anklingt, liegt auf der Hand, schreibt doch Dowland vom Fernweh, Zimmer über Piraten.

Zeitgleich zeigt die Kunsthalle die sehenswerte Ausstellung „By the sea“.
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Küstenmuseum Wilhelmshaven
Weserstraße 58
26382 Wilhelmshaven
Samstag, 02. Oktober 2021 · 17 Uhr &
Sonntag, 03. Oktober 2021 · 17 Uhr


Weder Fisch noch Fleisch?

Bratschensonaten von Anton Rubinstein & Franz Schubert
Marie-Teresa Pfiz (Viola)
Simon Kasper (Flügel)

Anton Rubinstein war ein Sohn deutschstämmiger jüdischer Eltern, die aus politischen Gründen zum russischorthodoxen Christentum wechselten und früh nach Russland übersiedelten. Die verzweigten nationalen und religiösen Wurzeln führten dazu, dass der Künstler später klagte: „Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude; den Russen bin ich ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, den Klassikern ein Zukünftler, den Zukünftlern ein Retrograder usw. Schlußfolgerung: Ich bin weder Fisch noch Fleisch – ein jammervolles Individuum.“

Anton Rubinstein, der in den westlichen Konzertsälen kaum noch zu hören ist, hinterließ ein äußerst umfangreiches Werk, darunter die Violasonate in f-moll, op. 49, die 1855 entstandene einzige originale Komposition für Viola und Klavier. Schon wenige Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung (1857) kam eine vom Komponisten durchgesehene Neuausgabe heraus, die sich durch Vereinfachung der pianistischen Faktur zugunsten einer besseren klanglichen Balance auszeichnet. Rubinsteins jahrzehntelang vergriffene Bratschensonate stellt insofern einen wertvollen Beitrag zur schmalen Originalliteratur aus der Romantik dar, als sich in ihr kantable Elemente ausgewogen mit einer leidenschaftlich-musikantischen Prachtentfaltung zu einem Werkganzen verbinden, dessen instrumentengerechte Schreibweise einen weiteren Vorzug darstellt.

Die Sonate für Bratsche und Klavier ist ein lyrisches Stück bestehend aus vier Sätzen, klassisch aufgebaut im Stil von Mendelssohn.

Die Sonate für Arpeggione von Franz Schubert entstand im Jahr 1824 und ist ein Kind des Wiener Biedermeier. Der Arpeggione, oder auch Bogengitarre, ist eine Fusion der Gitarre und des Violoncellos. Er hat, wie die Gitarre, sechs Saiten und wird genauso wie diese gestimmt. Zudem besitzt er einen Steg und wird mit einem Bogen gestrichen.
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Wattenmeer-Besucherzentrum
Südstrand 110 B
26382 WIlhelmshaven
Samstag, 09. Oktober 2021 · 16 Uhr & 19 Uhr


Gesungene Bilder vom Meer

Französische Barockmusik im modernen Raum
Christina Roterberg (Sopran)
Petra Müllejans (Violine)
Frauke Hess (Viola da Gamba)
Torsten Johann (Cembalo)

Zur Zeit entsteht auf dem Dach des Wattenmeerhauses ein neuer Vortragssaal, dessen Decke in Form eines Tonnengewölbes eine hervorragende Akustik erzeugen soll, die großen Glasfenster bieten weiten Ausblick auf den Jadebusen. Der krasse Gegensatz zwischen modern und alt hat oft seinen besonderen Charme. In diesem Sinne soll das geplante Programm französischer Barockmusik mit seiner Fülle an Verzierungen, Ornamenten, Übertreibungen in moderner schlichter Architektur erklingen.

Die vielen bildlichen Elemente, die französische Barockmusik enthält, sollen in dieser maritimen Umgebung zum Ausdruck kommen: Geschichten vom Meer, die musikalisch erzählt werden oder auch Charakterstudien, die wie kleine Porträts mit feinem Pinsel gezeichnet sind.  
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Hotel Atlantic
Jadeallee 50
Wilhelmshaven
Sonntag, 17. Oktober 2021 · 17 Uhr & 19 Uhr

Norddeutsche Romantiker

Meinardus trifft Brahms
N.N. (Violine)
Konstantin Pfiz (Cello)
Simon Kasper (Flügel)
Dieses Konzert steht im Zeichen des im friesischen Hooksiel geborenen und in Jever aufgewachsenen romantischen Komponisten Ludwig Siegfried Meinardus (1827-1896) und des großen Weltstars Johannes Brahms.

Meinardus, heute nahezu gänzlich unbekannt, war zu Lebzeiten ein fleißiger Komponist und Musikschriftsteller. Zu seinen 48 mit Opuszahlen vesehenen Kompositionen fällt auch sein Klaviertrio in a-moll, op. 40. Bis in die Jugend zurück reichen die Skizzen zu dem Klaviertrio. Entworfen 1855 in Jever, ausgeführt 1861 in Glogau, wurde es schließlich 1876 druckreif. Dieser lange Werdeprozess bringt es mit sich, dass das Trio zwar auf dem Boden der Romantik gewachsen ist, aber andererseits auch Merkmale des Kompositionsstils des älteren Komponisten aufweist.

Ein großer Komponist, an dessen Musikanschauung sich Meinardus orientierte, war Johannes Brahms. Sein Klaviertrio Nummer 2 in C-Dur, op. 87, bildet den zweiten Part des Programms.
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